Besprechungen
Belletristik (4 Titel)

Schami, Rafik: Der beste Zufall der Welt.
Ill. von Annette Swoboda.
München: Hanser, 2026.
52 S., geb., Fr. 24.90.
(978-3-446-28016-8).
Die Geschichte erzählt von drei Mädchen, die aus ganz unterschiedlichen Lebenswelten stammen und sich eher zufällig begegnen. Trotz ihrer verschiedenen kulturellen Hintergründe Syrien, Ukraine und Deutschland entwickelt sich zwischen ihnen eine enge Freundschaft. Der Zufall ihres Kennenlernens wird dabei zum Ausgangspunkt für eine Geschichte über Vertrauen, Mut und Zusammenhalt.
Das Bilderbuch zeigt auf einfühlsame Weise, dass kulturelle Hintergründe nicht trennen, sondern verbinden, wenn man offen aufeinander zugeht. Die Geschichte ist authentisch und nahbar, weil jedes der Mädchen als individuelle Persönlichkeiten dargestellt werden mit ihren Sorgen und Stärken.
Ein wichtiges Thema des Buches ist auch das Ankommen in einem neuen Land. Gerade für das Mädchen mit Fluchterfahrung wird deutlich, wie schwierig es sein kann, sich in einer fremden Umgebung zurechtzufinden. Gleichzeitig macht das Buch Mut, denn es zeigt, dass Freundschaft und gegenseitige Unterstützung helfen können, diese Herausforderungen zu meistern. Der Schreibstyl ist klar, lebendig und bildhaft. Das Buch eignet sich sehr gut zum Vorlesen.
K Freundschaft, Mut, Kultur. Ab 6, s.e. yf

Van de Vendel, Edward: Papa ist ein Eisbär.
Ill. von Saskia Halfmouw.
A. d. Niederländ. von Rolf Erdorf.
Hamburg: Carlsen, 2026.
Unpag., geb., Fr. 18.90.
(978-3-551-55973-9).
Das Buch erzählt eine schöne und auch lustige Geschichte über zwei Geschwister: Mare und ihren kleinen Bruder Danko.
Mare liebt ihren Bruder auch wenn er manchmal etwas komisch ist. Danko trägt immer grüne Kleider und weiss vieles über Tiere, was er auch allen Leuten in der Strassenbahn die sie zu Papa fährt, mitteilt. Mare fährt mit Danko zu ihrem Papa. Auf einmal sagt er: Papa ist ein Eisbär! Mare wundert sich sehr. Ihr Papa sieht doch gar nicht wie ein Eisbär aus! Er hat kein weißes Fell und lebt auch nicht im Eis.
Doch langsam merkt Mare, dass Danko etwas anderes meint. Er vergleicht ihren Papa mit einem Eisbären, weil er manchmal stark, ruhig oder ein bisschen anders ist. So versucht Danko zu erklären, wie er seinen Papa sieht.
Papa ist ein Eisbär ist ein warmherziges Kinderbuch über Liebe, Familie und Fantasie. Es zeigt, dass Kinder oft kreative Wege finden, um mit schwierigen Situationen umzugehen.
K Familie, Liebe, Fantasie. Ab 6, s.e. yf

Wichmann, Christian: Eine Oma für alle Fälle.
Ill. von Juli Chistians.
Hamburg: Carlsen, 2026.
85 S., geb., Fr. 24.90.
(978-3-551-55974-6).
Als die flippige, fröhliche und unkonventionelle Frau Koschitz in die oberste Etage des Mehrfamilienhauses zieht, in dem auch der achtjährige, ordentliche Edgar mit seinen Eltern lebt, verändert sich sein Alltag schlagartig. Manchmal bringen ihn aber auch die mutigen und ausgefallenen Ideen der lebensfrohen, älteren Dame ins Grübeln. Doch Edgar lässt sich gerne und ziemlich schnell von der Freude und der Aussicht auf ein neues Abenteuer anstecken und macht mit Frau Koschitz jeden Schabernack mit. Man könnte aber auch sagen, Frau Koschitz macht mit Edgar jeden Schabernack mit.
Die phantstische Geschichte mit sehr viel Humor, Freude, Phantasie, aber auch mit Verantwortung und gegenseitigem Respekt wird in acht Kapiteln erzählt. Die Länge der Kapitel sind ideal zum Vorlesen aber auch zum Selberlesen für Erstleserinnen und - leser.
Die farbigen Illustrationen von Julia Christians veranschaulichen die Komik in den jeweiligen Situationen wunderbar.
K Humor Freundschaft Generationen. Ab 7, s.e. HA

Pennypacker, Sara: Das Glück liegt hinter der Hecke.
Ill. von Jens Rassmus.
A. d. Engl. von Uwe-Michael Gutzschhahn.
München: dtv Reihe Hanser, 2026.
307 S., geb., Fr. 25.90.
(978-3-423-64136-4).
Die Geschichte handelt von Leeva Spayce Thornblossom, einem Mädchen, das bei seinen äusserst ungewöhnlichen Eltern aufwächst. Ihre Eltern sind oberflächlich, selbstverliebt und geldgierig. Ihre Mutter ist die Bürgermeisterin von Nutsmore und ihr Vater der Schatzmeister. Sie interessieren sich nur dafür, reich und berühmt zu sein, und benutzen Leeva eher als Mittel zum Zweck, statt sich liebevoll um sie zu kümmern. Leeva bekommt kaum Aufmerksamkeit, keine echte Bildung und wächst sehr isoliert auf.
Ihr Alltag ändert sich schlagartig, als sie eines Tages durch ein Loch in der Hecke ihres Gartens schlüpft. Zum ersten Mal verlässt sie die künstliche, egoistische Welt ihrer Eltern und entdeckt die echte Welt draußen.
Sie trifft auf Menschen, die ganz anders sind als ihre Eltern.
Sie begegnet Harry, einem gutherzigen Bibliothekar, der ihr Bücher zeigt und ihr Wissen vermittelt. Außerdem trifft sie auf weitere Menschen, die sie ernst nehmen und sich wirklich für sie interessieren.
Durch diese Begegnungen beginnt Leeva, Fragen zu stellen, die sie vorher nie stellen durfte, was bedeutet es, ein guter Mensch zu sein?
Warum helfen sich Menschen gegenseitig?
Was ist wichtiger: Erfolg oder Mitgefühl?
Ein wichtiger Teil der Geschichte ist Leevas Entdeckung der Bücher und Geschichten. Durch das Lesen beginnt sie, die Welt besser zu verstehen und entwickelt ein eigenes Denken. Sie erkennt, wie manipulativ und falsch das Verhalten ihrer Eltern ist.
Leeva muss sich entscheiden, welchen Weg sie selbst gehen möchte, den ihrer Eltern oder einen neuen, eigenen.
Am Ende findet sie ihren Platz bei den Menschen, die sie wirklich schätzen. Sie erkennt, dass wahres Glück nicht durch Reichtum entsteht, sondern durch Freundschaft, Ehrlichkeit und Zusammenhalt.
Ein sehr warmherzige, aber auch kurioses Buch mit viel Wärme, Freundschaft und Vertrauen, mit einzigartig liebenswerten Charakteren in einer ungewöhnlichen Kleinstadt.
J Mut, Freundschaft, Abenteuer. Ab 10, s.e. yf