KJM - Aargau

190.26 Hans Erni Stiftung, 978-3-033-12154-6

Hoch hinaus!

Hans Erni und die Flugmaschinen

Hans Erni wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Ab und zu durfte er seinen Vater an den Wochenenden auf den Vierwaldstättersee begleiten. Sein Vater arbeitete zunächst als Heizer, später als Untermaschinist und schliesslich als Maschinist. Er war dafür verantwortlich, dass die Maschinen im Bauch des Schiffes reibungslos funktionierten.
Doch noch lieber als im Schiffsbauch war Hans Erni zu Hause - dort konnte er zeichnen, gemeinsam mit seinem Vater und seinen Geschwistern. Schönes Zeichenpapier war für die Familie zu teuer. Deshalb zeichneten sie auf Buchränder und auf den Rückseiten von Fahrplänen.
Hans Erni hörte nie auf zu zeichnen. Er wollte Grosses schaffen. Sein Traum war es, Bildhauer und Maler zu werden so wie Michelangelo, der italienische Künstler, der scheinbar alles konnte. Hans Erni interessierte sich auch sehr für Maschinen, denn sie setzen Dinge in Bewegung. Diese Begeisterung spiegelt sich in seinem Bild «Die neuen Ikarier» wider. Es zeigt Menschen, die Flugapparate entwerfen, Geräte die uns das Fliegen ermöglichen sollen.
In der Kunst brauchen wir nur die Arme auszustrecken, um zu fliegen. Unsere Hände verleihen uns Flügel. Um jedoch tatsächlich fliegen zu können, brauchen wir Apparate und Maschinen. Wir brauchen neue Ikarier: Menschen wie Otto Lilienthal oder die Gebrüder Wright. Menschen, die viel wagen, Risiken eingehen und stets darauf achten müssen, nicht zu weit zu gehen.
Auch Hans Erni konnte fliegen. Er lernte, wie man abhebt und wieder sicher landet. Hans Erni hat in seinem Leben unglaublich viel geschaffen. Sein Geheimnis war vielleicht ganz einfach: Er hatte nie aufgehört. Jeden Tag arbeitete er in seinem Atelier sogar noch, als er bereits über hundert Jahre alt war. Damit seine Werke nicht in Vergessenheit geraten, liess er ein eigenes Museum bauen: das Hans Erni Museum. Es befindet sich im Verkehrshaus Luzern, umgeben von Flugzeugen, Schiffen und Eisenbahnen. An einem Ort also, an dem der Traum von Maschinen lebendig wird. Maschinen, die uns vorwärtsbringen sollen.